Morakniv – Ein treuer Begleiter

Noch vor einem Jahr hätte ich mir nie vorstellen können, ein feststehendes Messer mit auf Tour zu nehmen. Zu praktisch ist doch ein schweizer Taschenmesser. Klein handlich und mit vielen Funktionen.

Durch die Videos der Naturensöhne bin ich auf „das Mora“ aufmerksam geworden. Der Klassiker von Morakniv, der schwedischen Schmiede, die sich seit 1891 auf skandinavische Messer spezialisiert hat. Das Mora Gürtelmesser fällt optisch nicht wirklich ins Auge. Ein Griff aus Plastik eine Klinge aus Carbonstahl statt aus Edelstahl, eine Scheide aus Kunststoff.

Bei einem Preis von 10.- EUR bis 15.- EUR fiel die Entscheidung aber leicht, dem ganzen eine Chance zu geben.

Schon bei der ersten Tour überzeugt

Schon beim ersten Test auf meiner Bushcraft Tour in der Eifel konnte ich die Begeisterung der Naturensöhne nachvollziehen. Das Messer ist extrem Robust, sofort zur Hand und durch seine Klinge aus Carbonstahl enorm scharf.

Das Morakniv unverändert

Da der Griff nur eine Funktion erfüllen muss (gut in der Hand zu liegen), stören keine Kanten, Schlitze oder Ösen bei der Handhabung. Etwas das ich gerade beim Schnitzen zu schätzen gelernt habe. Der Kompromiss zwischen Griff, Klappmechanismus und sicherer Aufbewahrung der Klinge führt bei Klappmessern zwangsläufig zu Einbußen im Handling.

Auch für grobe Arbeiten ist sich das Mora nicht zu schade. Batoning (Äste spalten) ist genauso möglich, wie feine Feathersticks schnitzen.

Faszinierend für mich ist allerdings, dass das Messer ideal auch zum Kochen bzw. Essen schnippeln geeignet ist. Nicht wegen der Schärfe, sondern weil es danach unheimlich leicht zu reinigen ist. Keine Kanten oder Schlitze, in denen sich das Fleisch, die Soße oder Fett verkriechen kann und sich nur mit Überredungskünsten wieder herauspopeln lassen

An meine Bedürfnisse angepasst

Zwei Änderungen habe ich an meinem Messer noch durchgeführt und es damit an meine Bedürfnisse angepasst. Das erste ist, dass ich den Messerrücken abgeschliffen habe. So habe ich eine saubere Kante, mit der ich auch Funken von einem Feuerstahl ziehen kann. Das geht mit anderen Messern auch in den seltensten Fällen, aber da das Mora eben keine Klinge aus Edelstahl hat, kann man ohne Probleme dort Änderungen vornehmen. Das Uni Mora-Bushcraft hat schon im Auslieferungszustand eine solche Kante.

Die zweite Änderung ist nur eine Kleinigkeit. Die Scheide hat einen seltsamen Plastik-Knauf, der dazu dient, mehrere Scheiden im Laden zusammen zu hängen. Mich hat dieses hervorstehende Ding gestört und habe es daher entfernt.

Selbstverständlich hat ein schweizer Taschenmesser weiterhin seinen Einsatzbereich. Auf langen Touren, bei denen das Vorankommen im Vordergrund steht und nicht das Leben in der Natur, wo wir das Messer häufig brauchen, ist mein Victorinox Hiker* weiterhin immer dabei.