Eine Motorsäge, die einfach auf Knopfdruck anspringt, statt euch bei jedem Kaltstart am Seilzug verzweifeln zu lassen – klingt das nicht verlockend? Genau das verspricht Parkside mit der brandneuen PPBKS56, einer Benzin-Kettensäge mit elektrischem Start. Ob das Konzept wirklich hält, was es verspricht, und wie sich die Neue gegen die bewährte PPBKS53 schlägt, klären wir im direkten Vergleich.

Bisher kannte man diese Kombination aus Verbrennerkraft und Akku-Komfort so noch nicht vom Markt: eine waschechte Benzinsäge, die man wie ein Akkugerät per Tastendruck startet. Ich habe die Säge bei rund 8 Grad Außentemperatur im Kalt- und Warmstart getestet, die Drehzahlen beider Modelle gemessen, Buchen- und Birkenholz gesägt und das Gehäuse einmal komplett zerlegt, um zu sehen, was hinter dem Elektrostart wirklich steckt.

So funktioniert der E-Start

Statt eines klassischen Ein-/Ausschalters besitzt die PPBKS56 hinten nur einen Taster – die Maschine ist im Prinzip dauerhaft „scharf“, sobald ein Akku eingesetzt ist. Bedient wird sie ansonsten wie gewohnt: Choke ziehen, Primer betätigen, Kettenbremse einlegen, Starter drücken, Gas geben – fertig. Im Test sprang die Säge sowohl kalt als auch warm sofort an, ganz ohne das übliche mehrfache Ziehen am Seilzugstarter. Wer möchte, kann die Säge übrigens weiterhin klassisch per Seilzug starten, das funktioniert ebenfalls einwandfrei.

Darauf war ich auch schon ein Mal angewiesen, weil ich den Akku Zuhause im Ladegerät vergessen hatte.

Ein Sicherheitshinweis ist dabei aber wichtig: Da es sich um einen Taster statt eines Schalters handelt, springt die Säge theoretisch auch ohne eingelegte Kettenbremse an, sollte man versehentlich an den Startknopf kommen. Das soll eine kleine Abdeckung eigentlich verhindern, aber so richtig stabil sieht die nicht aus und kann eventuell leicht abbrechen.

Technik und Ausstattung im Detail

Unter der Haube sitzt seitlich im Gehäuse der Elektromotor für den Startmechanismus, der über ein Kegelzahnrad im 90-Grad-Winkel den Motorblock antreibt. Der Luftfilter entspricht exakt dem der PPBKS53, nur in anderer Farbe. Auffällig ist die werkseitig verbaute Vollmeißelkette, die eigentlich eher für den professionellen Forstanwender gedacht ist – für die Leistung dieser Maschine wäre eher eine Halbmeißelkette passend gewesen. Praktisch: Über den Kettenkonfigurator von Ersatzteil-Shops wie Sägenspezi lässt sich mit den Angaben 325er Teilung, 1,5 mm Nutbreite und 72 Treibgliedern problemlos Ersatz bestellen, aktuell für rund 12,50 Euro.

Im Lieferumfang stecken neben Akku und Ladegerät auch eine Tragetasche, Schutzbrille, Gehörschutz, Kettenschutz mit fest montiertem Werkzeugschlüssel sowie eine kleine Ablänghilfe, mit der sich gleich lange Holzstücke zuschneiden lassen – ein cleveres Extra, das man selten bei Kettensägen findet. Ein Tankfüllstand-Sichtfenster rundet die durchdachte Ausstattung ab. Einziger Kritikpunkt: Wie schon bei der PPBKS53 schwitzt auch diese Säge Kettenöl aus, selbst wenn sie nur kurz in der Tasche liegt.

Leistung, Lautstärke und Gewicht

Bei der Drehzahl liegen beide Maschinen erstaunlich nah beieinander: Im Leerlauf drehen die PPBKS53 bei etwa 2600 und die PPBKS56 bei rund 3400 Umdrehungen, unter Last erreichen beide bis zu 10.500 Umdrehungen. Bei der Lautstärke schneidet die Neue mit gemessenen 105 dB gegenüber 110 dB der Alten etwas besser ab – ein Unterschied, den man als Anwender kaum wahrnimmt, weshalb Gehörschutz in jedem Fall Pflicht bleibt.

Beim Schnitttest durch Buchen- und stark verpilztes Birkenholz zeigte die PPBKS56 spürbar mehr Kraft als ihre Schwester – passend zu den Herstellerangaben, die ein halbes PS mehr ausweisen. Der Preis dafür: Mit fast 8 Kilogramm Gewicht liegt sie im Bereich einer Profisäge wie der Stihl MS 661, bringt aber nicht deren Leistung mit. Für stundenlanges Entasten im Wald ist sie damit eher ungeeignet, am Holzplatz spielt das Gewicht dagegen kaum eine Rolle.

Der ideale Einsatzbereich

Besonders interessant wird der E-Start bei einer speziellen Anwendung: dem mobilen Kettensägewerk. Wer seine Säge dort eingespannt hat, kennt das Problem des unhandlichen Anreißens am sperrigen Gestell. Mit Knopfdruck-Start entfällt dieses Ärgernis komplett, und auch das höhere Gewicht spielt in dieser stationären Anwendung keine Rolle mehr.

Fazit

Die Parkside PPBKS56 vereint auf clevere Weise die Kraft einer Benzinsäge mit dem Komfort einer Akkumaschine. Für rund 150 Euro inklusive Akku und Ladegerät ist das ein faires Angebot, gerade wenn die Langlebigkeit der bewährten PPBKS53 entspricht. Wer regelmäßig mit einer Kettensäge im Forst unterwegs ist, wird das zusätzliche Gewicht spüren, doch für den Holzplatz oder das mobile Sägewerk ist der Elektrostart ein echter Gewinn und eine Neuheit, die es in dieser Form bisher am Markt nicht gab.